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Lerntipps - Lerntipps für Schule & Studium


3. Februar 2009

Lerntipp-Blog: Learnable

Learnable

Learnable, nennt sich der Lerntipp-Blog mit dem Motto „Alles ist lernbar!“. David Gerlach bloggt zu Themen rund um Bildung, Unterricht, Schule und Lerntipps. Der Blog ist Teil der Website Learnable und bietet  interessante Beiträge und Lerntipps.

Unter anderem findet sich ein Beitrag zum Thema Legasthenietraining mit Erwachsenen. Zum Thema Legasthenie habe ich dich ja bereits in einem vorhergehenden Blogbeitrag informiert. Der Blogeintrag verweist auf eine Möglichkeit 12 Handbücher gratis als PDF downzuloaden. Es handelt sich bei der Downloadmöglichkeit um ein europäissches Projekt namens „ADysTrain„, das sich mit Legasthenietraining für Erwachsene beschäftigt und dies fördert.  

11. Januar 2009

Legasthenie & Dyskalkulie

Kennst du auch jemanden aus deiner Familie, der Verwandtschaft oder dem Bekanntenkreis, der immer schlechte Schulnoten mit nach Hause bringt, obwohl er/sie viele Stunden lernt? Viele Schülerinnen und Schüler haben Schreib- oder Rechenschwächen und leiden unter ihren ständigen Misserfolgen. Laut einem Bericht der  Presse.com sind bis zu 15 Prozent eines Jahrganges von Schreibschwächen (=Legasthenie) oder Rechenschwächen (=Dyskalkulie) betroffen.

Die Leiterin der Wiener Schulpsychologie, Frau Mathilde Zeman wurde zum Thema Lernschwächen befragt:

Es ist wichtig zu wissen – weder Legasthenie noch Dyskalkulie ist eine Krankheit. Durch eine Krankheitszuweisung würde das betroffene Kind nur stigmatisiert. Es handelt sich um Kinder, die eine Lernschwierigkeit haben, die einen bestimmten Namen hat.

Frau Astrid Kopp-Duller, Präsidentin des Ersten Österreichischen Dachverbands Legasthenie, meint dazu:

Diese Kinder sind nicht schwach, gestört, krank oder gar behindert. Sie finden lediglich mit den angebotenen Unterrichtsmethoden nicht das Auslangen, das Schreiben, Lesen oder Rechnen ausreichend zu erlernen.

Aber was versteht man genau unter Legasthenie und Dyskalkulie?

Legasthenie ist eine massive und lang andauernde Störung des Erwerbs der Schriftsprache. Diese Schwäche ist nicht auf mangelnde Beschulung, niedrige Intelligenz oder fehlende Lernbereitschaft zurückzuführen.

Wichtig ist es auch den Unterschied zwischen einer Lese – Rechtschreibschwäche und der Legasthenie zu verstehen. Eine Lese- und Rechtschreibschwäche hat eine relativ leicht erkennbare Ursache. Bei nicht deutschsprachigen Kindern, ein Schulwechsel oder auch wenn durch längere Krankheit der Lehrstoff versäumt wurde. Diese Schwächen können mithilfe einer entsprechenden Nachhilfe behoben werden. Bei der Legasthenie sind Funktionen, die für das Lernen wichtig sind, z. B.  die Merkfähigkeit, die visuelle oder akustische Differenzierung oder Raumorientierung, beeinträchtigt. 

Hinweise um Legasthenie frühzeitig zu erkennen gibt die Plattform ids-stade:

  • Das Erlernen des Klarsprechens erfolgt später als erwartet, 
  • Phrasen werden vermischt bzw. verwechselt
  • Das Kind spricht schneller als es handelt
  • Verwendung von ähnlichen oder Ersatzwörtern
  • Verwendung von falschen Bezeichnungen, z.B. Lampenschirm für Laternenpfahl
  • Durcheinanderbringen von richtungweisenden Wörtern, z.B. Hinauf/hinunter, innen/außen
  • Erhöhte Kreativität
  • Probleme beim Erlernen von Kinderliedern
  • Probleme beim Reimen von Wörtern
  • Problem beim Herausfinden eines nicht passenden Wortes
  • Krabbelte nicht oder nur wenig ausgiebig
  • Probleme mit „Abläufen“ (Reihungen), z.B. farbige Perlen aneinanderreihen

Dyskalkulie ist eine Entwicklungsverzögerung des mathematischen Denkens. Es ist kein vorübergehende Erscheinung, die sich von selbst löst. Die Rechenschwäche sollte keinesfalls mit dem Zahlenalphabethismus, die mathematische Schwäche in Zahlen dargestellt Sachverhalte zu verstehen, verwechselt werden. Das Erkennen einer Dyskalkulie ist nicht immer einfach.  

Hinweise um Dyskalkulie frühzeitig zu erkennen gibt die Plattform Rechen-Therapie-Zentrum:

  • Über Zahlen bestehen nur abstrakte und keine konkreten Vorstellungen (Bsp.: Was kann ich mir mit 35€ kaufen?)
  • Das Kind rechnet zählend (mit den Fingern, an Gegenständen, im Kopf)
  • Die Rechenregeln werden aus Sicht der Erwachsenen willkürlich angewendet (Bsp.: 26-2=6 oder 20-20=8)
  • Die Zahlenschreibweise wird verwechselt oder vertauscht (statt 54 schreibt das Kind 45)
  • Der Zehnerübergang ist eine häufige Fehlerquelle (12+3=6 oder 12+3=42)
  • Logische Ungereimtheiten fallen dem Kind nicht auf (wenn 10 Gummibären 1€ kosten, kosten 5 Gummibären 2€)
  • Das Kind erkennt keine Teil-Ganzes-Beziehungen (merkt nicht, dass 5+3 dasselbe ist wie 3+5)

Auf alle Fälle sollte professionelle Unterstützung für die Diagnose herangezogen werden, um den betroffenen Kinder einen Weg aus dem Negativkreislauf zu ermöglichen.